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Denkbilder - Wortgebilde. Großartige Ausstellung

ABENBERG (hi) - So außergewöhnlich wie seine Biografie ist auch die Kunst, die Dr. Diethelm Kause (72)  aus Schwabach derzeit bis 22.10. im Heimathaus des Heimatvereins Abenberg, Stillaplatz 6 unter dem Titel "Denkbilder - Wortgebilde" ausstellt. 48 Werke in verschiedenen Techniken sind zu bewundern: Federzeichnungen, Ölbilder, Photos, Kaltnadelradierungen, Objekte, Gedichte. Am vergangenen Freitag war Vernissage.

Heimatvereinsvorsitzender Jürgen Kuhn, ein langjähriger Duzfreund des Künstlers, zeigte sich bei der Begrüßung genauso tief beeindruckt wie die überraschend vielen, in den sogenannten "Salon" gekommenen Gäste.

Sabine Weigand aus Abenberg, selbst Malerin, Kunst- und Gestaltungs­therapeutin, fungierte als Laudatorin. Als sich Dr. Kause nach seiner Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie in Abenberg als praktischer Arzt (bis 2010) niederließ (und zunächst auch in Abenberg wohnte), begann Sabine Weigand dort ihre Ausbildung zur Arzthelferin (1982-84), bevor sie für 31 Jahre zu einem Kinderarzt nach Schwabach wechselte.

Dass sie einmal die Kunst mit ihrem ehemaligen Chef verbinden würde, wussten beide damals noch nicht. Aber schon während der Lehrzeit fiel Weigand auf, dass ihr Chef immer zeichnete. Auf kleine Notizblöcke, auf  Über­weisungs­schein­-Rück­seiten, sogar auf Papierrollen von der Liege seien Kniegelenke "oder irgendwas" zu sehen gewesen.

Während ihrer Lobrede beließ es Weigand nicht beim Monolog. Vielmehr forderte sie mit ihren fachkompetenten Fragen den Zeichner, Kupferstecher, Karikaturisten, Maler, Fotografen und Dichter, der schon bundesweite Wettbewerbe gewann, wie zum Beispiel 2009 den Publikumspreis "Äskulap malt", heraus, die Beweg- und Hintergründe seiner Schaffensart zu offenbaren. Sie wollte wissen, welche Bewandtnis es habe, unter dem Titel der Ausstellung "Denkbilder-Wortgebilde" gerade Conchita Wurst, die bärtige Diva aus Österreich, die 2014 den Eurovision Song Contest in Dänemark gewann, darzustellen, ähnlich wie der spanische Maler Francisco de Goya seine Maya, im Bett nackt und bekleidet, und zu drucken.

"Ja, da kann man darüber nachdenken" gab Kause zu. "... ein widersprüchliches Bild". Aber alle seine Bilder würden von etwas Paradoxem, Widersinnigem leben. Conchita Wurst als Dame oder Mann nackt darzustellen, wäre außerordentlich langweilig, Aber sie als Wurst auf das gleiche Bett zu legen, wie in dem ursprünglichen Gemälde mit dem gleichen Interieur, "wo einmal die Dame nackt und einmal bekleidet drauf ist", das habe ihn gereizt. Darum auch das Thema seiner 2. Ausstellung im Heimathaus: Wortgebilde. Einfach der Versuch etwas in Verse zu fassen.

Politik, Facebook, Rechtschreibung, ganz viel vom medizinischen Bereich ist zu sehen und zu lesen. Die Menschen, die gezeichnet wurden, sind alle erkennbar. "Die Merkel" zum Beispiel, "der Seehofer, die Haderthauer, die von der Leyen". Sabine Weigand lud alle ein, die "gigantische Ausstellung" in dem relativ kleinen Raum genau anzuschauen.  

Die Laudatorin zitierte eines der vielen Gedichte: "Der Schleusertod". Das Bild dazu bringt es auf den Punkt. Kause schilderte die Zusammenhänge: Nur langsam sei herausgekommen, dass hinter den gesamten Migranten ein riesiges Geschäft steht, in das Reisebüros in Somalia verwickelt sind. Er nannte deren Praktiken, ohne die Not der Leute relativieren zu wollen, die sich darauf einlassen. Das Schlimme aber sei, wenn die Reise, die gemacht wird, nicht funktioniere, sterbe man dabei. Diese Tragik hielt Kause mit seiner Figur fest.

So spannend wie der Beginn gestaltete sich der weitere Verlauf der Eröffnungs-Veranstaltung. Von Kause waren Details über die von ihm verwendeten Techniken zu erfahren, über die Verbindung zwischen seiner früheren Tätigkeit als promovierter Arzt und der Malerei. Und dass sich viel Lebenserfahrung seiner Patienten in seinen gezeigten Werken widerspiegelt.

Die aufgelegte Ausstellungsliste benennt den breitgefächerten Themenbereich. Zu lesen ist da von Arzneimittelverordnung, Sportmedizin, Doping, Breitscheidplatz, Kita, Afghanistan, Burnout mit Pause, die Krakelei von Bernhard Richter, Mollath in der Schwebe, kirchliche Themen und vielem anderen. Zu jedem Bild eine andere Geschichte.

Landrat Herbert Eckstein bestätigte Dr. Diethelm Kause, mit dieser Ausstellung "viele, viele Denkanstöße" gegeben zu haben. "Sie haben viele  interessante Punkte auf den Punkt gebracht". Dafür bedankte er sich beim Künstler. Auch wenn man nicht bei allem gleicher Meinung sein müsse, empfahl er den Anwesenden: "Nehmen sie sich Zeit, die Texte zu lesen. Wirklich bemerkenswert."

Die Öffnungszeiten bis 22.10.:
Mittwoch und Freitag 17 bis 19 Uhr, Samstag/Sonntag 11 bis 15 Uhr.

Zu Gast bei einem außergewöhnlichem Menschen mit außergewöhnlicher Kunst (von links): Landrat Herbert Eckstein, Laudatorin Sabine Weigand, Künstler Dr. Diethelm Kause, Heimatvereinsvorsitzender Jürgen Kuhn, Bürgermeister Werner Bäuerlein, Altbürgermeister Richard Biegler

Foto: Karlheinz Hiltl

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