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Tourismus & Freizeit

Strahlkraft des Nürnberger Christkindes stand über allem


ABENBERG (hi) – Die Strahlkraft des Nürnberger Christkindes Johanna Heller zog am vergangenen ersten Adventswochenende wieder tausende von Besuchern nach Abenberg und auf die Burg. Als die „Himmelsbotin“ am Sonntag um 17 Uhr auf dem Burganger „erschien“, freuten sich mit den vielen, vielen Kindern auch die „Herrn und Frau’n, die Ihr einst Kinder wart“, wie es der weltbekannte Prolog ausdrückt. Schade nur, dass das Christkind wegen eines Fernsehtermines um 18:05 Uhr schon wieder im Studio des Bayerischen Rundfunks in Nürnberg sein musste und damit längst nicht alle Kinderwünsche entgegen nehmen konnte. Aber allein der Anblick brachte die Kinderaugen und die Augen ihrer Eltern zum Funkeln. Trotzdem verblieb Zeit genug, die wichtigste Repräsentantin der Metropolstadt selbst ins Schwärmen kommen zu lassen: „Der Weihnachtsmarkt in Abenberg ist ja sooo schön“, sagte sie hinterher. „Diese Kulisse, dieses Flair …“

Und weil dies so ist, war auch der 36. Abenberger Weihnachtsmarkt anlässlich der Einschaltung der Weihnachtsbeleuchtung, der zweite unter Einbeziehung der Burg, wegen seiner Einzigartigkeit ein Publikumsmagnet. Schon am Samstag war ein deutlicher Zuwachs an Zuspruch festzustellen. „Das Konzept vom Vorjahr ist aufgegangen“, resümierte Bürgermeister Bäuerlein am Ende des ersten Veranstaltungstages. Mit 80 Marktständen ist das Angebot noch mal deutlich erweitert worden.

Bei der Begrüßung am Sonntag bedankte sich das Stadtoberhaupt dann auch bei allen Abenberger Vereinen und Organisationen und den weiteren Ausstellern, beim Gewerbeverein Abenberg, stellvertretend bei 1. Vorsitzenden Benjamin Rock, ganz besonders aber bei den verantwortlichen Mitarbeitern in der Verwaltung. Allen voran bei „Marktmeister“ Horst Binder und bei den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, die sich wieder erfolgreich um eine stimmungsvolle Atmosphäre bemüht haben. Auch Benjamin Rock hatte zu danken, den Mithelfern, den Standbetreibern und der Stadt Abenberg für die Unterstützung.  Er freute sich, dass wieder so viele Menschen in die Lichterglanz durchflutete Stadt gekommen sind.

Alle Anbieter haben sich größte Mühe gegeben, mit Selbstgebasteltem, Gebackenem oder (Ein-)Gekochtem Geschenke für jeden weihnachtlichen Gabentisch herzustellen. Deftige Snacks, traditionelle Speisen und unwahrscheinlich viele Getränkevariationen wurden angeboten. Ob Küchenherd oder mobiler Grill, ob in kühler Flasche oder in wärmendem Glas, zu Essen und Trinken gab es für jeden Geschmack. Sogar Elchtrunk, Hexenblut und Hexentopf konnte man erstehen, zum ersten Mal auch „Maroni vom Toni“. Apropos Hexen. Nicht gerade typisch für einen Weihnachtsmarkt, aber mit ihrer Feuershow am Samstag zogen die Abenberger Hexen eine professionell heiße Nummer ab. Blechbläser der DJK-Blasmusik spielten an beiden Tagen und mit wechselnden Standorten weihnachtliche Lieder und taten so etwas für das vorweihnachtliche Gemüt.  

Schmuck, handgefertigte Krippen oder Töpferware, Adventskränze, Gestecke, handgestrickte Wollwaren, Votiv-Leucht-Gläser, Rauschgoldengel, Designer-Vogelhäuser. Am anderen Ende des Marktes die Advents-Ausstellung im Haus der Bilder Baumeister. Möglichkeiten zu Einkäufen gab es genug. Auf dem Weg zur Burg verbreitete ein Leiherkastenmann gute Stimmung. An der Ecke Burgsteig, Judengasse zog die riesige Weihnachtskerze von Drechslermeister Johann Heiling die Aufmerksamkeit auf sich. Ein Blickfang am Burganger war die lebende Krippe, die „Hirte“ Norbert mit „Ochs“ und Esel und ein paar Schafen verkörperte. Überall auf den Wegen und Plätzen brennende und wärmende Holzstämme. Wem der Weg über die steilen Treppen zur Burg zu beschwerlich war, konnte einen beschilderten, barrierefreien Umweg nehmen.

Eine „Seelen“-Oase für sich war neben der Besuchsmöglichkeit des Klöppelmuseums die Sonderausstellung „Geheimnis hinter Türchen. Die Geschichte des Adventskalenders“ im Haus fränkischer Geschichte. Zithermusik als Ohrenschmaus bei Schauklöppeln, -häkeln und –spinnen. Zu kaufen gab es den ersten Abenberger Adventskalender. Im Zentrum des Marktgeschehens auf dem Burganger stand eine wunderschön gewachsene Tanne, festlich beleuchtet und riesengroß.

Den Platz im Rosengärtchen teilten sich Schneebar und Hüpfburg. Auch der Innenhof fand seine besonderen Liebhaber. Am Sonntagnachmittag, nach der Bekanntgabe der Gewinner des Burgfest-Luftballon-Wettbewerbes und der gewonnenen Preise durch Bürgermeister Werner Bäuerlein, stimmte die Sängerschaft Abenberg in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche St. Jakobus die Besucher mit ihrem Adventssingen ein auf die bevorstehende „stade“ Zeit. Fast zeitgleich gab die Showtanzgruppe des SV Abenberg auf dem Burganger ein „Weihnachtsmedley“ zum Besten.

Während sich das Nürnberger Christkind im Beisein von Bürgermeister Bäuerlein, 2. Bürgermeister Hans Zeiner und Gewerbevereinsvorsitzenden Benjamin Rock im Trausaal auf der Burg in das Goldene Buch der Stadt eintrug, standen die Menschen bereits erwartungsvoll und dicht gedrängt vor der Bühne am Burganger, auf der die DJK-Blasmusik sich bereit machte für ihren einstündigen Einsatz. Dann war es soweit. Die Kinder des St. Jakobus-Kindergartens holten mit ihren Erzieherinnen und mit Leiterin Birgit Hahn das Christkind vom Eingang des Hauptgebäudes ab und begleiteten es bis zum Mikrofon, wo es von Bürgermeister und dem Gewerbevereins­vorsitzende offiziell „Willkommen“ geheißen wurde und wo sie ihre Gruß- und Dankesworte sprachen. Die „Jakobuskinder“ trugen, geschmückt mit ihren Lampions, Gedichte vor. Dann breitete das Christkind in gold glitzerndem Engelskleid die Arme aus und sprach seinen beeindruckenden Prolog zum Beginn der Adventszeit. „Dann vergesst nicht, ihr Herrn und Frau’n und bedenkt, wer alles schon hat, der braucht nichts geschenkt. Die Kinder der Welt und die armen Leut’, die wissen am besten, was Schenken bedeut’t.“

Text und Fotos: Hiltl



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